Eine Agentur verlangt €1.500 im Monat, eine andere €3.500. Beide versprechen Kampagnenmanagement und Reporting. Der Preisunterschied hilft Ihnen wenig, solange unklar bleibt, welche Arbeit, Verantwortung und zusätzlichen Kosten dahinterstehen.
Kurzfassung: Vergleichen Sie Angebote für denselben Leistungsumfang und rechnen Sie mit den gesamten Kosten. Ein niedriger Preis kann zu einer klar begrenzten Aufgabe passen. Ein höheres Honorar ist erst dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn die zusätzliche Arbeit einen überprüfbaren Nutzen hat.
Die folgenden Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Marktmittelwerte und keine Preisliste von Canem Errant. Eine belastbare Preisspanne für DACH müsste vergleichbare Leistungen, Vertragsbedingungen, eine nachvollziehbare Stichprobe und einen Erhebungszeitraum nennen.
Welche vier Preismodelle kommen infrage?
1. Prozentsatz des Werbebudgets
Das Honorar ergibt sich aus einem vereinbarten Prozentsatz einer definierten Ausgabenbasis. Beispiel: €20.000 Werbeausgaben × 15 % = €3.000 Honorar. Klären Sie, ob Steuern zur Basis gehören, wie Plattformgutschriften behandelt werden und ob Mindest- oder Höchstbeträge gelten.
Steigen die Werbeausgaben, steigt auch die Vergütung. Das kann zusätzliche Arbeit finanzieren, koppelt das Honorar aber noch nicht an Ihren Gewinn. Legen Sie fest, wer eine Budgeterhöhung freigibt und wie deren Wirtschaftlichkeit geprüft wird. Ein großes Budget macht dieses Modell nicht automatisch zur besten Wahl.
2. Monatliche Flatrate
Ein fester Betrag bezahlt einen vereinbarten Umfang: Kanäle, Kampagnen, Tests, Besprechungen und Berichte. Solange dieser Umfang stabil bleibt, sind die Kosten gut planbar. Ein neuer Markt, ein weiterer Produktkatalog oder zusätzliche Anzeigen können eine Anpassung erfordern.
Fragen Sie nach der Grenze zwischen enthaltenen Leistungen und Zusatzarbeit. Ein Festpreis bedeutet keine unbegrenzte Betreuung. Ein kleiner, realistisch zugeschnittener Auftrag kann hilfreicher sein als ein umfangreiches Angebot ohne klare Prioritäten.
3. Grundhonorar plus Performance-Bonus
Das Grundhonorar bezahlt die laufende Arbeit. Der Bonus hängt von einem vorher definierten Ergebnis ab. Vereinbaren Sie Kennzahl, Datenquelle, Zeitraum, Obergrenze und Prüfung. Ein Bonus als Prozentsatz der Werbeausgaben nach Erreichen eines Ziels bleibt ausgabenabhängig; er ist keine Beteiligung am zusätzlichen Gewinn.
Bei ROAS zählen Umsatzdefinition, Retouren, Attributionsfenster und Überschneidungen zwischen Kanälen. Bei B2B-Leads braucht es Kriterien für eine vom Vertrieb akzeptierte Anfrage und genügend Zeit für die Bearbeitung. Ein Reichweitenbonus kann zu einer Bekanntheitskampagne passen, sollte aber nicht als Vergütung für Verkäufe beschrieben werden.
4. Einmaliges Projekt
Eine Diagnose, ein Kampagnenstart, die Produktion von Werbemitteln oder eine Tracking-Implementierung lässt sich als abgegrenztes Projekt beauftragen. Eingaben, Leistungen, Fristen, Abnahme und Übergabe sollten vor dem Start feststehen. Laufendes Kampagnenmanagement ist nicht automatisch enthalten.
Ein Projekt kann helfen, die Zusammenarbeit zu erproben. Wichtig ist, dass verwendbare Ergebnisse und eine Zuständigkeit für die spätere Pflege entstehen. Ein Bericht ohne Entscheidungsgrundlage wird durch eine einmalige Rechnung nicht wertvoller.
Wie unterscheiden sich die Modelle?
| Modell | Kosten, Planbarkeit und Einsatz |
|---|---|
| Prozentsatz | Ausgabenabhängige Formel; Honorar steigt automatisch mit dem Budget. Geeignet bei nachvollziehbarer Mehrarbeit und kontrollierten Freigaben. Risiko: mehr Ausgaben ohne bessere Wirtschaftlichkeit. |
| Festpreis | Betrag für definierte Leistungen; hohe Planbarkeit bei stabilem Umfang. Erweiterungen müssen vereinbart werden. Risiko: mehr Arbeit, als im Vertrag vorgesehen ist. |
| Grundhonorar und Bonus | Laufende Arbeit plus überprüfbares Ergebnis; mittlere Planbarkeit, Erweiterungen nach Vereinbarung. Risiko: Streit über Attribution oder Qualität. |
| Projekt | Preis für eine begrenzte Aufgabe; hohe Planbarkeit bei klaren Grenzen. Geeignet für Diagnose und Einrichtung. Risiko: keine anschließende Betreuung. |
Beschreiben Sie zuerst Arbeit und Daten, dann wählen Sie die Vergütung. Ein begrenztes Projekt ist ein möglicher Einstieg; ein fest umrissener Startumfang mit späterer Überprüfung ein anderer. Kein Modell ist grundsätzlich fairer als alle übrigen.
Welche Zusatzkosten gehören ins Angebot?
Einrichtung und Vorbereitung
Account-Analyse, Kampagnenstruktur, Produktfeeds und Ereignisdefinitionen können separat berechnet werden. Trennen Sie einmalige Einrichtung und laufende Pflege. Auch bei Ratenzahlung muss die gesamte Startgebühr erkennbar sein. Klären Sie, welche Ergebnisse bei einem Ende der Zusammenarbeit übergeben werden.
Tools und Infrastruktur
Reporting, Heatmaps, Server-Infrastruktur und Creative-Tools können wiederkehrende Kosten verursachen. Fragen Sie nach Tarif, Zweck, Kontoinhaber und Zugriff nach Vertragsende. Beispiele wie Supermetrics, DashThis, Hotjar, Foreplay oder Motion sind keine Einkaufsliste: Entscheidend ist, welches konkrete Problem ein Werkzeug löst.
Creatives und Landingpages
UGC, Fotos, Videos, Schnitt und Änderungen am Webauftritt brauchen einen eigenen Umfang. Anzahl, Varianten, Korrekturschleifen, Sprachen und Nutzungsrechte gehören ins Angebot. Eine externe Produktion ist nicht automatisch langsamer oder schlechter als ein internes Team. Bewerten Sie Qualität, Verfügbarkeit und Zeit bis zur nächsten Variante.
Aufschläge und weitere Gebühren
Prüfen Sie Aufschläge auf Werbeausgaben und Abonnements, Eilaufträge, Währungsumrechnung und Kosten bei Vertragsende. Plattformbudget und Agenturhonorar sind getrennte Positionen. Ob und wie Umsatzsteuer anfällt, hängt vom konkreten Vertrag und der Rechnung ab. Festpreis und Prozentsatz können Alternativen sein; sie werden nicht automatisch addiert.
Die entscheidende Frage lautet: „Welche Leistungen und Kosten sind in diesem Betrag nicht enthalten?“ Die Antwort sollte konkrete Positionen nennen.
Welche Warnsignale sollten Sie ernst nehmen?
Kein transparenter Zugriff
Klären Sie Eigentum und Berechtigungen für Werbekonto, Domain, Analytics und Materialien sowie die spätere Übergabe. Fehlender Zugriff erschwert Kontrolle und Anbieterwechsel. Vereinbaren Sie die Übergabe vor dem Start.
Keine überprüfbaren Berichte
Ein Beispielbericht sollte Werbeausgaben, Honorar, bestätigte Bestellungen oder Anfragen, Datenlücken, Tests und Entscheidungen zeigen. Drei Screenshots erklären noch keine Verkäufe. Vereinbaren Sie eine zur Aufgabe passende Berichtsfrequenz.
Unklare Preise und Leistungen
„Kampagnenmanagement“ allein ist kein prüfbarer Auftrag. Fragen Sie nach Kanälen, Verantwortung und Ressourcen. Ein fehlendes Mindesthonorar beweist keine schlechte Betreuung; ein eng begrenzter Auftrag kann anders kalkuliert sein.
Finanzielle Versprechen ohne Daten
Garantierte Verkäufe, CPA oder ROAS vor einer Prüfung von Nachfrage, Marge und Messung sind problematisch. Überprüfbare Arbeit und Fristen lassen sich vereinbaren. Die Vertragsdauer allein sagt dagegen wenig über Qualität aus: Prüfen Sie Ausstiegskosten, Übergabe und die Begründung der Laufzeit.
Was gehört in ein gutes Angebot?
- Preis und Umfang: laufende Leistungen, Einrichtung, Abonnements und Zusatzkosten.
- Zugriff und Eigentum: Kontrolle über die eigenen Assets und passende Rechte für die Agentur.
- Laufzeit und Übergabe: Termine für eine Überprüfung und Ergebnisse bei Vertragsende.
- Überprüfbare Arbeit: etwa ein Testplan und Bericht innerhalb von 30 Tagen, sofern das zur Aufgabe passt, statt eines garantierten ROAS.
- Messung: Verbindung zu Bestellungen oder CRM, Datenlücken und notwendige Zugriffe. Server-Side Tracking kann sinnvoll sein, gehört aber nicht automatisch in jeden Auftrag. Mehr zur Messarchitektur.
Warum ist der verbleibende Umsatz noch kein Gewinn?
Das folgende Beispiel vergleicht zwei hypothetische Szenarien. Alle Beträge sind ohne Umsatzsteuer angesetzt. Werbeausgaben: €10.000, durchschnittlicher Bestellwert: €80. Für die vereinfachte Rechnung wird die Bestellzahl abgerundet; CPA ist daher ein angenommener Näherungswert.
- A: Honorar €1.500, angenommener CPA €45, 222 Bestellungen. Umsatz €17.760, Werbung plus Honorar €11.500. Verbleibender Betrag vor Warenkosten und weiteren Ausgaben: €6.260.
- B: Honorar €3.500, angenommener CPA €28, 357 Bestellungen. Umsatz €28.560, Werbung plus Honorar €13.500. Verbleibender Betrag vor Warenkosten und weiteren Ausgaben: €15.060.
Die Differenz von €8.800 ist kein zusätzlicher Gewinn. Waren, Versand, Zahlungsgebühren, Retouren und weitere Kosten fehlen. Ein höheres Honorar verursacht nicht automatisch einen niedrigeren CPA; eine Verbesserung muss gemessen werden. Wie Sie den CPA untersuchen.
Rechnen wir mit 40 % Deckungsbeitrag
Angenommen, nach variablen Kosten und Retouren bleiben 40 % des Umsatzes, vor Werbung und Agenturhonorar. A: €17.760 × 40 % − €11.500 = −€4.396. B: €28.560 × 40 % − €13.500 = −€2.076. B liegt um €2.320 besser, beide Szenarien sind jedoch schon vor weiteren Fixkosten negativ.
Wie beurteilen Sie die Rentabilität?
ROAS teilt zugeordneten Umsatz durch Werbeausgaben. Warenkosten und Honorar fehlen darin. Vergleichen Sie für die Wirtschaftlichkeit zusätzlichen Deckungsbeitrag mit sämtlichen zusätzlichen Marketingkosten. Wenn Sie einen ROI ausweisen, definieren Sie Zähler, Nenner und Zeitraum.
Zugeordneter Umsatz ist nicht automatisch zusätzlich: Ein Kunde hätte möglicherweise auch ohne die neue Maßnahme bestellt. Vergleichen Sie abgeschlossene Bestellgruppen mit ähnlichen Bedingungen, Retouren und Kanalüberschneidungen. Bei B2B muss außerdem der Verkaufszyklus berücksichtigt werden.
Warum beeinflusst Creative-Produktion den Preis?
Ein neues Konzept, eine Aufnahme und die Auswertung brauchen Zeit. Fragen Sie, wie schnell eine weitere Variante entsteht und welche Kosten vorher freigegeben werden. Das 3×2×1-Modell kann einen Test organisieren; die Zahl der Varianten muss aber zu Budget und Beobachtungen passen. Unser Creative-Testing-Framework.
Im Demonstrationsmodell Fashion wird die schrittweise Abstimmung zwischen Creative-Botschaft, Größenberatung auf der Produktdetailseite und transparentem Checkout strukturiert dargestellt. Das verdeutlicht: Vertrauenselemente und Passform-Fokus wirken im Zusammenspiel mit durchgängiger Werbeansprache, belegen jedoch keinen isolierten Effekt einzelner Hebel.
Wie vereinbart Canem Errant die Zusammenarbeit?
Wir klären die Geschäftsaufgabe, verfügbare Daten und die Entscheidung, die Sie treffen müssen. Das Angebot hält Leistungen, Preis, erforderliche Rechte, Fristen und Ergebnisse fest. Eigentum und Übergabe werden vor dem Start besprochen.
Ein Erstgespräch oder eine öffentliche Website-Prüfung ist kein vollständiger Account-Audit. Die Prüfung von Werbe- und CRM-Daten erfolgt in einer separat vereinbarten Diagnose. Umsetzung und laufende Betreuung erhalten einen eigenen Umfang; CAPI, Landingpage-Entwicklung oder eine monatliche Kündigung ohne Vertragsbedingungen sind nicht automatisch enthalten. Tracking und Analytics.
Was sollten Sie vor der Entscheidung vergleichen?
Holen Sie Angebote für dieselbe Aufgabe ein. Vergleichen Sie Gesamtkosten, Verantwortung, Abnahme, Verfügbarkeit und Ausstieg. Fehlen belastbare Verkaufsdaten, kann eine begrenzte Diagnose zuerst sinnvoll sein. Ist die Aufgabe klar, lassen sich konkrete Leistungen bewerten. Ein Preis ist dann nachvollziehbar, wenn er zur leistbaren Arbeit und deren überprüfbarem Nutzen passt.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Performance-Marketing-Agentur in Österreich pro Monat?
Das hängt von Kanälen, Umfang, Produktion und Messung ab. Fragen Sie nach einem schriftlichen Angebot mit Zusatzkosten. Die €1.500 und €3.500 im Beispiel sind weder Marktmittelwerte noch Tarife von Canem Errant. Werbeausgaben werden separat gerechnet.
Welches Preismodell ist das beste?
Ein Festpreis passt zu stabiler Arbeit, ein Prozentsatz zu kontrollierter Erweiterung und ein Projekt zu einer begrenzten Aufgabe. Ein Bonus braucht überprüfbare Ergebnisse. Vereinbaren Sie Umfang und Datenquelle, bevor Sie eine Vergütungsformel wählen.
Welche zusätzlichen Kosten sollte ich prüfen?
Einrichtung, Tools, Creative-Produktion, Landingpages, Aufschläge und Vertragsende. Trennen Sie einmalige und laufende Zahlungen; klären Sie Nutzungsrechte und Steuern. Enthaltene und zusätzliche Leistungen sollten gleich präzise beschrieben sein.
Wie berechnet man den ROI einer Agentur?
Berücksichtigen Sie zusätzlichen Deckungsbeitrag nach variablen Kosten sowie Werbung, Honorar und weitere Marketingkosten. ROAS ist kein Gewinn. Im Beispiel werden aus €8.800 Differenz vor Warenkosten bei 40 % Deckungsbeitrag €2.320; beide Szenarien bleiben vor weiteren Fixkosten negativ.
Was sind Warnsignale bei der Auswahl?
Finanzielle Garantien vor einer Datenprüfung, unklare Zugriffe, undefinierte Leistungen und nicht überprüfbare Berichte. Preis oder Vertragsdauer allein reichen für diese Bewertung nicht aus. Fragen Sie nach konkreten Zusagen und einer geregelten Übergabe.
Ist die Rechnung klar, aber die Verbindung zu Ihren Verkäufen nicht? Besprechen Sie mit uns Aufgabe und Leistungsumfang →. Diagnose und laufende Betreuung werden mit klarer Vergütung vor dem Start separat vereinbart.